Übrigens
Unsere Mandanten empfehlen uns weiter, weil wir angenehm anders als alle anderen im Finanzsektor sind.

 

Facebbok

Wie Hedgefonds mit Öl und Gas Millionen machen

News vom 12.11.2021

News vom 12.11.2021 - Finanzcoching Helmut Böse

Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Klimakampf? Nein, danke. Viele Hedgefonds erzielten in den vergangenen Monaten ansehnliche Erträge, indem sie in einigen der schmutzigsten Ecken der Weltwirtschaft investierten. Immer mehr Hedgefonds tauchen auf, die sich das nachhaltige Investieren entlang sogenannter ESG-Kriterien explizit auf die Fahnen schreiben ("ESG" steht für "Environmental, Social and Governance" und hat sich als Kürzel für Nachhaltigkeit in der Geldanlagebranche etabliert). Der Nachhaltigkeitstrend, der schon seit geraumer Zeit den gesamten Investmentmarkt erfasst hat, ist also offenbar auch im womöglichen härtesten Teil der Finanzbranche angekommen, bei den Hedgefonds.

Chancen erkennen, wo andere sie nicht sehen wollen

Das ist allerdings nur ein Teil der Wahrheit. Der andere lautet: Hedgefonds haben seit Beginn der Corona-Krise offenbar so viel Geld eingesammelt wie lange nicht mehr - und einen großen Teil davon haben die Investmenthäuser ausgerechnet in jene Industrie investiert, die mit am stärksten zur Umweltverschmutzung und zum Klimawandel beiträgt: die globalen Öl- und Gasunternehmen.

Um mehr als eine Billion US-Dollar auf inzwischen fast vier Billionen US-Dollar wuchs das Gesamtkapital der Hedgefonds weltweit seit Ausbruch der Corona-Krise, hat das Investmentunternehmen Bantleon mit Verweis auf Daten des Analysehauses Hedgefonds Research errechnet. Zugleich legten die Fonds während der Pandemie eine starke Performance hin: Daten von LCH Investments zufolge brachten es die 20 besten Hedgefonds im Corona-Jahr 2020 auf Erträge von zusammen 63,5 Milliarden Dollar - der höchste Wert seit zehn Jahren.

Während der Corona-Krise erkannten viele Hedgefonds diese Chancen in der Öl- und Gasindustrie. Die Ölpreise befanden sich seit geraumer Zeit im Sinkflug und erreichten Mitte 2020 einen extremen Tiefpunkt. Weniger als 30 Dollar kostete zu der Zeit ein Barrel Rohöl, das hatte es seit Anfang der 2000er-Jahre nicht gegeben. Ebenso waren auch die Aktienkurse von Ölkonzernen wie Exxon Mobil oder Royal Dutch Shell erheblich abgerutscht.

Investoren lassen "fantastische Renditen" liegen

Ein Szenario also, das vielen Anlagelaien hochriskant erscheinen musste, und das für Investoren mit Fokus auf Nachhaltigkeit ohnehin keinen Anreiz bot: Öl- und Gasfirmen gehören für viele grüne Geldanleger zu den absoluten No-Gos.

Nicht jedoch für einen Großteil der Hedgefonds-Branche. Die Investmentprofis aus London, New York und anderen Finanzzentren griffen zu - und machten mit ihren Öl- und Gasinvestments bis heute bereits einen guten Schnitt. Dabei setzten sich die Hedgefonds-Lenker nicht nur über ökologische Bedenken und Sorgen in Bezug auf den Klimawandel hinweg, die inzwischen auch innerhalb des Finanzmarkts weitverbreitet sind. Sie profitierten vielmehr sogar von dieser Zurückhaltung der Konkurrenz.

(Eintrag vom 12.11.2021)

Wenn Sie aktuelle Informationen wünschen, rufen Sie uns an oder mailen Sie uns.