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Marktausblick November 2021

News vom 05.11.2021

News vom 05.11.2021 - Finanzcoching Helmut Böse

Die fünf Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognosen für den Rest des Jahres und das kommende Jahr vorgelegt. Dabei wurde zunächst kräftig zurückgerudert, denn man hatte eine wesentlich stärkere Wirtschaftserholung erwartet als sie bislang eingetreten ist. Das magere zweite Quartal dieses Jahres machte den Forschern einen dicken Strich durch die rosige Prognoserechnung. Für das kommende Jahr sind die Prognostiker dafür optimistischer als zuvor, denn der Pandemie induzierte Nachholeffekt verlagert sich ihnen zufolge in das Jahr 2022. Dort wird nunmehr mit einem Wirtschaftswachstum von satten 4,8% gerechnet.

Defensiv und ausgewogen in den Herbst

Sorgen um Unternehmensgewinne, Inflation und China dürften auch im kommenden Monat auf die Stimmung an den Märkten drücken, darum positionieren wir uns defensiver Aus unserer Sicht attraktiv sind die Energie- und die Versicherungsbranche sowie Japan, während Technologietitel und China mit Vorsicht zu genießen sind.

Die Probleme rund um Chinas Immobilienriesen Evergrande und die Folgen für den gesamten chinesischen Immobilienmarkt sind möglicherweise bisher unterschätzt worden und könnten die chinesische Wirtschaft länger als erwartet belasten. Der chinesische Immobilienmarkt ist mit ca. 60 Billionen US-Dollar die größte Anlageklasse der Welt. Probleme auf dem Immobilienmarkt bzw. rückläufige Preise könnten den Reichtumseffekt drücken und damit den chinesischen Konsum stärker als erwartet belasten. Hinzu kommen die Probleme im produzierenden Gewerbe, für die auch der Staat verantwortlich ist: Der Strom wird zum Teil auf staatliche Anordnung hin abgeschaltet, denn China steht vor einem Energieengpass, hervorgerufen durch knappe Kohlevorräte, verschärfte Emissionsnormen und starke Nachfrage seitens der Hersteller. Die Gewinne von Firmen mit starkem Engagement in China könnten daher unter Druck kommen. Bei in Hongkong gelisteten Firmen scheint diese Entwicklung schon eingepreist aber die China-Gewinne vieler westlicher Firmen könnten erst einmal schwächer ausfallen als erwartet.

Die Inflationsentwicklung bleibt eines der dominierenden Themen an den Kapitalmärkten. Wir gehen auch für die kommenden Monate von einer weiterhin erhöhten Inflation aus und rechnen dann mit einer Normalisierung innerhalb der nächsten zwölf Monate. Beunruhigend ist zuletzt die Entwicklung der US-Löhne und vor allem der Anstieg der Energie- bzw. Strompreise. Es besteht die Gefahr, dass die Energiepreise und die Lohnentwicklung die Inflation stärker treiben, als die Notenbanken in ihren Prognosen annehmen. Dann müssten sie schließlich doch restriktiver werden. Die Entwicklung muss daher weiter sehr genau beobachtet werden. Anhaltend hohe Inflationsraten setzen den Fed-Präsidenten Jerome Powell weiter unter Druck, und die US-Notenbank wird wohl bald mit ihrem Tapering-Prozess, also der Reduzierung der Anleihenkäufe, beginnen. Bis Mitte 2022 könnten die Anleihekäufe dann auf null heruntergefahren werden. In Europa ist eine Tapering-Diskussion dagegen noch weit entfernt, demzufolge erscheint Europa aus dem monetären Blickwinkel attraktiver.

(Eintrag vom 05.11.2021)

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