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The Big Five

News vom 30.10.2020

News vom 30.10.2020 - Finanzcoching Helmut Böse

Die Kurse der meisten Aktien konnten die im Crash erlittenen Kursverluste noch nicht aufholen, zumindest nicht vollständig, geschweige denn, neue Rekorde erreichen.

Die "großen Fünf" ("Big Five") genannten sehr großen US-Technologie-Konzerne Wachstumswerte Apple, Microsoft, Amazon, Google und Facebook sind noch größer geworden. Ihr Börsenwert ist verantwortlich für die neuen Höchststände. Der Anteil dieser fünf Aktien am S&P-500-Index beträgt mittlerweile rund 25 Prozent. Obwohl der Index aus den Kursen von 500 verschiedenen Aktien berechnet wird, entfallen alleine auf den größten Einzelwert, Apple, über 7 Prozent. Würde der S&P-500-Index nicht die fünf genannten Aktien und die drei weiteren große Technologie-Aktien (nämlich NVIDIA, Adobe und AMD) enthalten, so läge der S&P 500 seit Jahresbeginn rund 10 Prozent im Minus. Nur 8 von 500 Aktien sind dafür verantwortlich, dass die Crash-Verluste vollständig aufgeholt und neue Rekorde erreicht wurden. Die großen Aktien sind noch größer geworden.

Viele Fondsmanager haben den Höhenflug der großen US-Technologie-Aktien nutzen können, aber viele werden jetzt vorsichtiger: Das Spiel "groß - größer - am größten" werde sich nicht immer fortsetzen. Tatsächlich gab es im September erstmals seit März größere Kursverluste bei den zuvor so beliebten Technologie-Aktien. Ob es sich dabei nur um eine Unterbrechung, ein überfälliges "Durchatmen", oder einen übergeordneten Trend handelt, bleibt abzuwarten und ist auch unter Fondsmanagern umstritten.

Weil die Gewichtung der Aktien in den Indizes ihrem Börsenwert folgt, verhalten sich Indexinvestments "prozyklisch": Steigende Aktien erhalten mehr Gewicht im Index, während Aktien, die sich unterdurchschnittlich entwickeln, im prozentualen Anteil sinken oder einen Index sogar verlassen müssen.

Insbesondere die Entwicklung der großen US-amerikanischen Technologie-Aktien hat in den vergangenen Jahren zu einer zunehmenden Konzentration des MSCI-World Index geführt. Allein die "Großen Fünf" (Apple, Amazon, Microsoft, Alphabet/Google und Facebook) machen mittlerweile über 13 Prozent des stark beachteten Weltaktienindex aus. Der rechnerische Wert der fünf US-Konzerne liegt zusammen bei 6,3 Billionen US-Dollar. Zum Vergleich: Alle 30 Unternehmen aus dem Deutschen Aktienindex DAX kommen zusammen gerade mal auf einen Börsenwert von 1,5 Billionen US-Dollar, weniger als ein Viertel. Zudem gehören die fünf Konzerne alle zur Technologie-Branche: Ihr internetgestütztes Geschäft galt schon vor der Pandemie als wachstumsstark und wenig konjunkturanfällig. Zudem erwiesen sie sich als Krisengewinner, weil Online-Geschäfte angesichts der Lockdown-Maßnahmen ab März einen zusätzlichen Boom erlebten.

Diese Gemeinsamkeiten erhöhen aber auch die Gefahr, dass die Aktienkurse der großen Technologie-Konzerne gleichzeitig unter Druck geraten könnten: Wenn es beispielsweise mittels Impfstoffen gelingen sollte, die Pandemie zu überwinden, würde es auch zu einer wirtschaftlichen "Normalisierung" kommen. Die Geschäfte von anderen Unternehmen würden sich stärker erholen. Und es könnte zu Umschichtungen zulasten der großen US-Technologie-Aktien kommen.

Drescher & Cie

(Eintrag vom 30.10.2020)

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