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Defensive Mischfonds bekommen Probleme

News vom 23.10.2020

News vom 23.10.2020 - Finanzcoching Helmut Böse

Defensive Mischfonds zählten in den vergangenen Jahren zu den beliebtesten Arten von Investmentfonds.

Weil Anleger inzwischen für klassische Spareinlagen, Termin- und Festgelder keine Zinsen mehr erhalten, versprechen sie sich von defensiven Mischfonds möglichst stetige Renditen ohne nennenswerte Verlustrisiken. Tatsächlich schafften das die meisten Mischfonds in den zurückliegenden Jahren zumindest bei Anlagezeiträumen, die drei Jahre oder mehr umfassen. Wer schon 2014 in solchen Fonds investiert war, profitierte vom Kursaufschwung im zweiten Halbjahr 2014. Mitte 2017 errechnete sich für defensive Mischfonds bei drei Jahren Haltedauer eine durchschnittliche Rendite von 3,6 Prozent pro Jahr.

Auch wenn dieses Durchschnittsergebnis nicht herausragend gut war, musste man doch schon damals vermuten, dass es der Mehrheit der defensiven Mischfonds angesichts der Richtung Null sinkenden Zinsen schwerfallen dürfte, diese Größenordnung auch für zukünftige Zeiträume abzuliefern.

Tatsächlich wurde das Kapitalmarktumfeld schwieriger: 2018 verloren die defensiven Mischfonds im Durchschnitt mehr als die Zuwächse der beiden Vorjahre, die jeweils nahe zwei Prozent gelegen hatten. Damit drohten auch bei einer Haltedauer von mehr als drei Jahren Verluste.

Dass die meisten Mischfonds den Corona-Crash so deutlich zu spüren bekamen, lag am gleichzeitigen Kurseinbruch bei Aktien und Unternehmensanleihen. Allein die unter Renditegesichtspunkten eigentlich unattraktiven Staatsanleihen wirkte stark stabilisierend und bot Fondsmanagern gute Gelegenheiten: Als der Kursrutsch Ende Februar und in den ersten Märztagen begann, schossen die Kurse von US-Staatsanleihen aufgrund von Umschichtungen in diesen "sicheren Hafen" nach oben. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen fiel auf zeitweilig nur 0,4 Prozent. In der zweiten Phase des Crashs kamen allerdings Sorgen bezüglich der ausufernden Staatsverschuldung auf und auch die Börsenkurse von Staatsanleihen fielen deutlich, Die Hoffnung auf eine Rückkehr zu höheren Zinsen ist für die nächsten Jahre vergebens.

Defensive Mischfonds, die in größerem Umfang in Staatsanleihen investiert waren, konnten aufgrund dieser zu den Aktienmärkten oft gegenläufigen Kursentwicklung die Anteilswertentwicklung ihrer Mischfonds stabilisieren.

Fazit: Ein defensives Fondsdepot sollte sich nicht allein auf den einen, vermeintlich besten Mischfonds stützen. Vielmehr bleibt es richtig, über verschiedene Ansätze zu streuen, um die Risiken zu verteilen und die unterschiedlichen Chancen zu nutzen.

Drescher & Cie

(Eintrag vom 23.10.2020)

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