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Buchstabensuppe an der Börse

News vom 09.10.2020

News vom 09.10.2020 - Finanzcoching Helmut Böse

Seit im Frühjahr zur Eindämmung der Corona-Pandemie die Weltwirtschaft zu einer Vollbremsung zwangen, wird viel darüber diskutiert, ob, wann und wie schnell sich die Weltkonjunktur wieder erholt.

Um die verschiedenen Szenarien anschaulich abzukürzen, werden für die möglichen Verläufe Buchstaben verwendet:

Der Buchstabe "L" beschrieb das pessimistische Szenario. Das "L" steht mit seiner Form für einen abrupten Absturz der Wirtschaft, die sich dann von dem tiefen Niveau aus nicht wieder erholen kann. Volkswirte nennen eine solche, anhaltende Wachstumsschwäche eine "Depression". Doch damit rechnete von Anfang an nur eine Minderheit und inzwischen kann dieses Szenario als Schreckgespenst zu den Akten gelegt werden: Es ist schlichtweg nicht eingetreten, denn mit den Lockerungsmaßnahmen begann im zweiten Quartal eine Konjunkturerholung, die sich inzwischen in der Mehrheit der entsprechenden Daten klar niederschlägt.

Im schlechtesten Fall erweist sich die beobachtbare Verbesserung nur als Zwischenerholung, auf die eine neuerliche Schwäche folgt. Dieses Szenario wird mit dem Buchstaben "W" beschrieben: Danach folgt auf die jetzt laufende erste Erholung ein zweiter Rückschlag und die endgültige Erholung folgt erst später, so dass die Weltwirtschaft frühestens 2022 oder 2023 das Vor-Krisen-Niveau wieder erreichen kann. Dies wäre anzunehmend, wenn eine zweite Welle an Infektionen ähnlich weitreichende Lockdown-Maßnahmen erzwingen würde wie im März und April. Immerhin ungefähr jeder vierte Experte hält dieses W-Szenario für wahrscheinlich.

Weil sich viele Konjunkturindikatoren sehr rasch wieder auf Vor-Krisen-Niveau erholten, darunter die sogenannten Einkaufsmanagerindizes, ist das Szenario der Optimisten noch im Rennen. Entsprechend der Hoffnung auf einen V-förmigen Verlauf wird es mit dem Buchstaben "V" bezeichnet. Demnach bringt bereits das laufende zweite Halbjahr eine so rasche Erholung, dass die Wirtschaftsleistung schon im kommenden Jahr in etwa das Vor-Krisen-Niveau erreichen kann. Dieses optimistische Szenario hat nach Einschätzung von Volkswirten ebenfalls noch eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 20 bis 30 Prozent.

Doch noch wahrscheinlicher ist, dass auf den abrupten Rückschlag für die Weltwirtschaft eine verzögerte, von regionalen und lokalen Rückschlägen gebremste Erholung folgt - nicht symmetrisch wie bei einem "V" oder "U", sondern gestreckter. Einen Buchstaben, der diese Form hat, gibt es nicht. Deshalb ist jetzt zunehmend von "Swoosh" die Rede: ein nach oben geöffneter Bogen, der schnell abfällt und die Biegung nach oben einleitet, aber nach der unteren Trendwende länger für den Wiederaufstieg braucht. In diesem Szenario würde die Weltwirtschaft zumindest noch das nächste Jahr benötigen, um sich vom Rückschlag im ersten Halbjahr dieses Jahres zu erholen.

Drescher & Cie

(Eintrag vom 09.10.2020)

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