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Mit dieser Rallye erklären die Börsen die Pandemie für beendet....aber

News vom 12.06.2020

News vom 12.06.2020 - Finanzcoching Helmut Böse

Der Dax hat einen starken Start nach Pfingsten hingelegt. Anleger setzten unverändert auf eine Konjunkturerholung.

Von einer solchen könnte die exportlastige deutsche Wirtschaft überdurchschnittlich profitieren. Der Dax ist wieder über die Marke von 12.000 Punkten gestiegen. Anleger erwarten eine schnelle Rückkehr zur Normalität. Doch Experten warnen: Die Vergangenheit sollte Investoren genügend Demut vor dem "bösen Erwachen" lehren.

Die Finanzmärkte stehen im Ruf, in die Zukunft sehen zu können: Sie nehmen ökonomische Entwicklungen vorweg, die erst in sechs bis neun Monaten eintreten. Zu 100 Prozent richtig liegen sie damit nicht immer, doch erfahrungsgemäß sind die Börsen mindestens ebenso gute Prognostiker wie Volkswirte oder Politiker. Deshalb sollte die Entwicklung an den Kapitalmärkten jeden interessieren.

Geht es nach den Akteuren, wird Deutschland die Corona-Krise in der zweiten Jahreshälfte 2020 oder spätestens in der ersten Hälfte 2021 hinter sich lassen. Darauf deutet der jüngste kräftige Kursaufschwung des Deutschen Aktienindex (DAX) hin. Mit seinen 30 zum Teil höchst konjunkturabhängigen Mitgliedsfirmen gilt der Dax als besonders empfindliches Barometer der globalen Konjunkturentwicklung.

Am Dienstag hat der Leitindex zum ersten Mal seit dem 4. März wieder über der Marke von 12.000 Punkte geschlossen. Damit steht er zwar immer noch mehr als 1000 Stellen niedriger als Anfang des Jahres, hat sich von seinem Pandemie-Tief vor zweieinhalb Monaten aber bereits mehr als 40 Prozent erholt.

"Von Sorglosigkeit im Januar zu Panik im März und Optimismus heute", umschreibt der Chefanlagestratege der Commerzbank, Andreas Hürkamp, den Stimmungswechsel an den Märkten. "Die fallende Zahl neuer Corona-Infektionen in Europa und den USA wie auch die weltweit unerwartet schnelle Lockerung der Lockdowns treiben die Aktienmärkte nach oben", sagt Hürkamp.

Eine wichtige Rolle spielen freilich auch die Geldspritzen der Notenbanken und die Stützungspakete der Regierungen. Sie sind zwar schuldenfinanziert - was wie im Fall des 750 Milliarden Euro schweren Rettungsfonds der EU-Kommission langfristig neue Probleme hervorrufen könnte -, haben aber eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale verhindert. Eine solche Abwärtsspirale war es, die einen vergleichbar starken Konjunktureinbruch Anfang der 1930er-Jahre in eine Große Depression verwandelte.

Ein ähnliches Verhängnis scheint diesmal abgewendet. Waren es im März und April vor allem die Rettungsbillionen - nicht nur Europas, sondern aller großen Volkswirtschaften -, die die Börsen stützten, so heben seit Mai Erfolge an der Virusfront die Stimmung. Nach und nach kehren immer mehr Bereiche des öffentlichen Lebens und damit auch der Wirtschaft zu einer Art Normalität zurück.

Zugleich bleibt die Rallye mit großen Unsicherheiten behaftet. Skeptiker monieren, Investoren spielten ein V-Szenario, ohne dass klar sei, ob die Rückkehr zur alten Normalität vor Corona durchzuhalten ist.

Lockerungen und Fortschritte bei Corona-Impfstoffen sind eine gute Voraussetzung für eine Konjunkturerholung ab dem dritten Quartal 2020, aber keine Garantie dafür, dass die Wirtschaft zu alter Stärke zurückkehrt. Eine mögliche zweite Covid-19-Welle, aber auch wieder aufflammende Spannungen zwischen den USA und China könnten gerade den exportabhängigen deutschen Konzernen noch Kopfzerbrechen bereiten.

(Eintrag vom 12.06.2020)

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