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Nach der Krise wird der Wert unseres Geldes verlieren

News vom 29.05.2020

News vom 29.05.2020 - Finanzcoching Helmut Böse

Die Corona-Pandemie hat die Wirtschaft schwer getroffen. Mit einer wahren Geldflut versuchen Notenbanken und Staaten, die Konjunktur wieder ans Laufen zu kriegen.

Eines kann man aus der Historie aber auf jeden Fall lernen: Wenn man die Produktion unterbricht und die Nachfrage durch Geldschöpfung weiter finanziert, ist hinterher eine Konsumentenpreisinflation wahrscheinlich, und zwar wahrscheinlicher als eine Asset-Preisinflation wie nach der Finanzkrise.

Geld wird dieses Mal eben nicht über Bankkredite für wohlhabendere Kreise geschaffen, um deren massenhaften Bankrott zu verhindern, sondern es wird für den Staat erzeugt, der es über die Hilfsprogramme an Bedürftige gibt. Das ist auch richtig so. Die Leute brauchen jetzt das Geld, um ihre laufenden Kosten zu bezahlen. Vermutlich wird die Inflation zuerst niedrig bleiben oder sogar fallen. Wenn die Krise endet, wird aber mehr von diesem neu geschaffenen Geld in den Konsum fließen. Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass aktuell eher weniger als mehr investiert wird. Das heißt, wir kommen aus der Krise höchstwahrscheinlich mit weniger Produktionskapazitäten heraus. Manche vorhandenen Kapazitäten werden wohl künftig dauerhaft wegfallen.

Wenn nun mehr Geld als Güter da ist, werden die Preise zu laufen beginnen. Und wenn die Zentralbanken vor Zinserhöhungen zurückschrecken, sinkt das Vertrauen in die Stabilität des Geldes. Dann wird die Inflation schneller steigen und es kann in manchen Ländern zu einem Vertrauensverlust ins Geld kommen.

Eine Möglichkeit der Lösung ist Inflation, kombiniert mit finanzieller Repression. Das heißt, man lässt die Inflation nach oben laufen und drückt den Nominalzins darunter. Dadurch wachsen die Nominaleinkommen dank Inflation schneller als die Schuldenlast. So kann man langsam die Schuldenquote verringern. Das haben beispielsweise die Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg gemacht. Die Fed hielt den dreißigjährigen Zins bei zwei Prozent und ließ die Inflationsrate deutlich darüber steigen. Unterstützt durch das anziehende Wirtschaftswachstum, sank die Schuldenquote und man bekam die Staatsverschuldung wieder in den Griff.

Am Ende bleibt eigentlich nur der Rat, gut diversifiziert in reale Vermögenswerte zu investieren und auf weniger inflationsanfällige Währungen zu setzen. Ein breit diversifiziertes globales Aktienportfolio ist eine gute Basis. Denn wenn der globale Aktienmarkt komplett abstürzt, müssten wir den Planeten abschreiben - das wird nicht passieren.

(Eintrag vom 29.05.2020)

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