Die größten Fehler bei der Geldanlage vermeiden
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Die Todsünden bei der Altersvorsorge

News vom 17.01.2020

News vom 17.01.2020 - Finanzcoching Helmut Böse

Investieren für die Altersvorsorge bietet reichlich Gelegenheit, in schlechte Angewohnheiten zu verfallen, sich in die Irre leiten zu lassen oder eklatante Fehlentscheidungen zu treffen.

Welchen Versuchungen Anleger ausgesetzt sind und wie man diesen widerstehen kann:

  1. Ausschweifung
    Bei Geldanlagen klingt eine langfristige Orientierung völlig logisch, aber überraschenderweise halten sich die wenigsten Investoren an diesen Grundsatz. In unserer schnelllebigen Welt ist der Wunsch nach sofortigem Erfolg eine starke Triebfeder. Die Aussicht auf schnelles Geld verleitet dazu, einen Sektor oder eine Aktie zu "timen" - was bekanntermaßen schwierig ist - oder massiv in Börsenlieblinge zu investieren, selbst lange nachdem die Gewinne abgeräumt sind. Auch kann das Streben nach der Vergoldung von Gewinnen zu einem Verkauf hochwertiger Vermögenswerte - lange bevor sie ihr volles Potenzial ausgeschöpft haben - führen. Das ständige Umschichten zwischen Märkten oder Anlageklassen soll aktives Investieren suggerieren, kann in Wirklichkeit jedoch häufig Verluste sowie leidige Transaktionskosten nach sich ziehen. Ein nüchterner, wohl durchdachter Ansatz, der die Höhen und Tiefen der Märkte nicht in Wochen, sondern in Jahren misst, ist auf lange Sicht meistens nicht nur gewinnbringender, sondern vor allem auch kostengünstiger.
  2. Maßlosigkeit
    In unserer mit Informationen überfrachteten Welt neigt man leicht dazu, diese ohne Maß und Ziel zu speichern und zu konsumieren. Aber Analysen, die auf zu vielen Daten basieren, sind nicht unbedingt effektiver. Ein einfacher, aber disziplinierter analytischer Rahmen kann daher zuverlässiger sein. Bei der Beurteilung von Anlageklassen empfiehlt es sich, zunächst die Renditen und Wachstumsperspektiven zu untersuchen. Bei hohen Bewertungen (und somit niedrigen Renditen) besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die Bewertungen sinken (und somit die Renditen steigen). Im umgekehrten Fall, also bei hohen Renditen, ist mit ihrem Rückgang und einem Anstieg der Bewertungen zu rechnen. Wer die störenden Nebengeräusche am Markt diszipliniert herausfiltert, widersteht auch der Versuchung, jedes Mal, wenn ein neuer Hype an der Börse aufkommt, die Bewertungsgrundlage neu zu justieren. Beim Platzen der Dotcom-Blase verloren manche ein Vermögen, da sie modischen Kennzahlen wie zum Beispiel der Zugriffe auf Websites vertrauten, anstatt die Cashflows der Unternehmen zu analysieren. Solide und einfache Auswahlkriterien sind die beste Grundlage, um attraktiv bewertete Aktien und Anleihen zu identifizieren.
  3. Habgier
    3. Ob bei Aktien, Anleihen oder Immobilien - der Herdentrieb ist grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen. Phasen, in denen ein Sektor oder eine Aktie abhebt und Investoren jeden Preis dafür zahlen, kann der richtige Zeitpunkt sein, um sich tunlichst davon fernzuhalten (oder ohne großes Aufsehen zu verkaufen). Wenn der Markt jedoch im umgekehrten Fall in Aufruhr ist und Anleger massiv aussteigen, bieten sich für versierte und selektiv agierende Investoren, die wissen, was sie wollen, gute Chancen. Dabei ist Geduld oberstes Gebot. Wenn Sie von einem Unternehmen oder einer Anlageklasse felsenfest überzeugt sind, kann es eine Weile dauern, bis sich die anderen Marktteilnehmer Ihrer Meinung anschließen. Während dieser Zeit können die Preise gegen Sie arbeiten, so dass Sie mentale Stärke benötigen, um an Ihrer Position festzuhalten. Um die Ausgewogenheit eines Portfolios zu gewährleisten, ist ferner hohe Disziplin gefordert. Wenn sich alle auf Aktien stürzen, kann es verlockend sein, aus Anleihen auszusteigen. Aber damit setzen Sie die Diversifikation der Risiken aufs Spiel. Egal wo Sie investieren: Sie sollten es aus einem guten Grund tun.
  4. Aktie abhebt und Investoren jeden Preis dafür zahlen, kann der richtige Zeitpunkt sein, um sich tunlichst davon fernzuhalten (oder ohne großes Aufsehen zu verkaufen). Wenn der Markt jedoch im umgekehrten Fall in Aufruhr ist und Anleger massiv aussteigen, bieten sich für versierte und selektiv agierende Investoren, die wissen, was sie wollen, gute Chancen. Dabei ist Geduld oberstes Gebot. Wenn Sie von einem Unternehmen oder einer Anlageklasse felsenfest überzeugt sind, kann es eine Weile dauern, bis sich die anderen Marktteilnehmer Ihrer Meinung anschließen. Während dieser Zeit können die Preise gegen Sie arbeiten, so dass Sie mentale Stärke benötigen, um an Ihrer Position festzuhalten. Um die Ausgewogenheit eines Portfolios zu gewährleisten, ist ferner hohe Disziplin gefordert. Wenn sich alle auf Aktien stürzen, kann es verlockend sein, aus Anleihen auszusteigen. Aber damit setzen Sie die Diversifikation der Risiken aufs Spiel. Egal wo Sie investieren: Sie sollten es aus einem guten Grund tun.
  5. Faulheit
    Investieren ist eigentlich ganz einfach. Schwierig wird es erst, wenn man verstehen will, in was man investiert. Denn das macht Mühe. Bei Aktien geht es darum, jedes einzelne Unternehmen in- und auswendig zu kennen und zu wissen, woher die Performance stammt beziehungsweise wie sie sich in Zukunft entwickeln wird. Bei Anleihen wiederum geht es nicht nur um Renditen. Vielmehr gibt es weitere Kriterien, zum Beispiel Ausfallquoten sowie Merkmale des Emittenten und des Sektors. Wer die Mühe scheut, sich damit zu beschäftigen, setzt (zu) viel aufs Spiel.
  6. Zorn
    Die Märkte brechen ein, die Aussichten sind düster, die Anleger verkaufen hektisch. Aber wenn Sie Ihr Portfolio richtig diversifiziert haben, können Sie sich beruhigt zurücklehnen. Es passiert selten, dass alle Anlageklassen gemeinsam einbrechen (wobei die globale Finanzkrise des Jahres 2008 eine Ausnahme bildete), in der Regel entwickeln sie sich eher uneinheitlich. Droht ein Inflationsanstieg, können Aktien und Rohstoffe gut performen, selbst wenn Anleihen verlieren. Der Zorn und die Unberechenbarkeit der Märkte können beängstigend sein - und niemals mehr als zu Zeiten der außergewöhnlichen Maßnahmen der Regierungen und Zentralbanken in Folge der globalen Kreditkrise. Der beste Schutz davor ist 6. eine Allokation auf erstklassige Investments aus einer Vielzahl von Anlageklassen, die nur wenig miteinander korrelieren.
  7. Neid
    "Benchmark-Hugging" ist die Kardinalsünde eines "aktiven" Anlegers. Dieses Verhalten ist - vor allem bei professionellen Investoren - zum Großteil von Angst gesteuert. Aber ein Portfoliomanager, der den Benchmarkindex genau abbildet, kann zumindest nicht wegen unterdurchschnittlicher Entwicklung gefeuert werden. Die Sünde dieses Ansatzes besteht darin, dass er zum Teil auf Faulheit beruht und gedankenlos ist. Denn dadurch investiert man lediglich in Anlagen, die in der Vergangenheit gut performt haben, nicht jedoch in solche, die eine vielversprechende Zukunft vor sich haben. Denn Aktien werden beispielsweise immer erst nach einer guten Wertentwicklung in einen Index aufgenommen und scheiden bei einer schwachen Performance aus.
    Beim Aufbau eines Portfolios kann es eine gute Idee sein, die Marktindizes teilweise oder ganz zu ignorieren und lieber Anlagen zu wählen, die bei einem angemessenen Risiko ein gutes Renditepotential für die Zukunft bieten. Dies gibt Anlegern die Freiheit, lediglich in solche Vermögenswerte zu investieren, die sie wirklich einschätzen und beurteilen können, ohne verpflichtet zu sein, eine Position in einem Wertpapier aufzubauen, nur weil dieses in einem Index geführt ist. Moderne Multi Asset-Strategien messen ihre Performance nicht im Vergleich zu einem relativen Marktindex sondern gegenüber dem konkreten und absoluten Konzept des risikofreien Ertrages - wie klingende, bare Münze, also Cash. Für viele risikoscheue Anleger ist das eine Benchmark, die es sich zu schlagen lohnt.
  8. Hochmut
    Selbstüberschätzung hat viel mit Selbsterhaltungstrieb zu tun. Man denke etwa daran, dass sich laut einer psychologischen Studie 93 Prozent der US-Amerikaner für überdurchschnittlich gute Autofahrer halten. Die natürliche Neigung zur Überschätzung der eigenen Fähigkeiten ist für Investoren fatal. Sie verleitet sie dazu, Urteile auf der Grundlage unzureichender Informationen zu fällen, die Genauigkeit ihrer Vorhersagen zu überschätzen und zu glauben, nicht in die gleichen Fallen wie alle anderen zu tappen. Aus diesen Gründen machen zu selbstbewusste Anleger immer wieder die gleichen Fehler. Ihre Selbstüberschätzung erfährt selbst dann keinen Dämpfer, wenn sie Fehler machen, die ihre eigene Fehleinschätzung in ein grelles Licht stellt. In diesen Fällen neigen die Menschen dazu, Ereignissen, die sich ihrer Kontrolle entziehen, die Schuld dafür zuzuweisen. Entwickelt sich eine Anlage in seinem Portfolio gut, ist der Anleger überzeugt, dass dies seinem Geschick zu verdanken ist. Im gegenteiligen Fall neigt er dazu, die Schuld auf unvorhergesehene Ereignisse zu schieben. Ganz gleich wie Sie Ihre eigenen Fähigkeiten einschätzen, es kann sich auszahlen, mehr darüber nachzudenken, warum Sie eventuell falsch liegen könnten, anstatt Beweise für die vermeintliche Richtigkeit Ihrer Einschätzung zu sammeln.

(Eintrag vom 17.01.2020)

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