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Wie wird die Weltwirtschaft 2020?

News vom 03.01.2020

News vom 03.01.2020 - Finanzcoching Helmut Böse

Wie wird sich die Weltwirtschaft im kommenden Jahr entwickeln? Die verlässlichsten Hinweise auf die zukünftige Konjunkturentwicklung geben sogenannte "Frühindikatoren", von denen die wichtigsten auf der regelmäßigen Befragung von Einkaufsmanagern in Unternehmen basieren. Während sich die Stimmung der Einkaufsmanager in den beiden weltgrößten Volkswirtschaften, den USA und China, jüngst aufhellte, blieben die Erwartungen an die Konjunkturentwicklung in Japan und vor allem in Europa noch gedrückt. Fast hat man den Eindruck, die nicht unmittelbar am Handelskonflikts beteiligten Volkswirtschaften leiden stärker unter den eskalierenden Zöllen zwischen den USA und China als diese beiden selbst. Zuletzt könnten aber auch die Hoffnungen auf ein Teilabkommen im Handelskonflikt dafür gesorgt haben, dass die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe in den USA und in China über 51 geklettert sind. Sie liegen damit wieder in dem Bereich, der Wirtschaftswachstum erwarten lässt. In Japan und der EU liegen die Indikatoren dagegen unter 50 und damit in einem Bereich, der Stagnation oder sogar eine schrumpfende Wirtschaft erwarten lässt.

Für die USA und Japan erinnert das Muster an die Wachstumsschwäche 2016. Auch damals näherte sich der Einkaufsmanager für die USA, der "Markit US Manufacturing PMI", dem Schwellenwert von 50, um dann nach oben abzuprallen. Der entsprechende Frühindikator für Japan tauchte damals für ein halbes Jahr unter die 50er Schwelle ab und signalisierte erst in den letzten Monaten des Jahres 2016, dass es nicht so schlimm kommen würde. Ein Schwächeanfall wie 2016 ist für China nicht erkennbar. So stieg die Stimmung der chinesischen Einkaufsmanager jüngst an den oberen Rand der seit Jahren beobachteten Bandbreite. Ein entscheidender Wachstumsimpuls für die Weltwirtschaft ist für 2020 aber aus China nicht zu erwarten. Dazu sind Geldmengenund Kreditwachstum dort zu schwach.

Ein weiterer Unterschied zur Wachstumsschwäche 2016 besteht jetzt darin, dass sich Europa damals von der Schwächephase der Weltkonjunktur weniger beeindrucken ließ. Mitte 2016 war die Stimmung hierzulande zwar alles andere als euphorisch, aber besser als in den USA, in China und Japan. Und im Verlauf des Jahres 2017, das weltweit mit höherem Wirtschaftswachstum überraschte, wurde die Stimmung gerade in Europa immer besser. Kurz vor dem Jahreswechsel 2017/18 erreichte der Einkaufsmanagerindex für Euroland geradezu euphorische 60. Von diesem Niveau aus schlug das Pendel in den vergangenen zwei Jahren dann allerdings umso stärker in die Gegenrichtung aus. Seit Frühjahr signalisieren die europäischen Einkaufsmanager die Erwartung einer Rezession.

Der Vergleich mit den anderen Wirtschaftsregionen der Welt lässt hoffen, dass die Stimmung in Europa jetzt zu pessimistisch ist. Sollte die Wachstumsschwäche dieses Jahres doch nicht in eine Rezession münden, besteht mit dem Stimmungsumschwung dann gerade in Europa mehr Aufholpotenzial als in anderen Regionen der Welt. Wenn man für das bevorstehende Jahr keine Wachstumsschwäche für China wie im Jahr 2016 erwartet, dürfte die Weltwirtschaft auch 2020 um rund drei Prozent wachsen.

(Eintrag vom 03.01.2020)

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