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Zinsen und Börsen
News vom 12.05.2023

Ist die Pandemie, dann die Inflation.. Nicht explizit genannt, spielt wahrscheinlich auch der starke Zinsanstieg eine Rolle, der eine Refinanzierung von Schulden bei allen Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten wenn auch nicht immer erschwert, so zumindest verteuert hat.
Die deutsche Siemens etwa musste diesen Februar einen Zinskupon von 3,5 Prozent bieten, um eine 500 Millionen Euro schwere Anleihe mit 13 Jahren Laufzeit an den Markt zu bringen. Fast genau drei Jahre zuvor gaben sich Anleger noch mit 0,5 Prozent Jahreszins zufrieden für einen ähnlichen Bond der Münchner (zwölf Jahre Laufzeit, 750 Millionen Euro Volumen).
Der Zinsdienst für neue oder zu refinanzierende Schulden hat sich also für den im Deutschen Aktienindex (Dax) notierten Konzern seither versiebenfacht. Dabei kommt Siemens zupass, mit einer überdurchschnittlich guten Bonität ausgestattet zu sein, im oberen Bereich der Investitionsklasse, wo sich eine Elite tummelt, die mit A-Ratings geschmückt ist. Darunter, im schwächeren Bereich der noch als sicher geltenden investierbaren Papiere, wird es schon um einiges teurer.
Dass höhere Zinsen den Schuldendienst aller Unternehmen mit Finanzierungsbedarf verteuern, bedarf keiner näheren Erläuterung. Aus Sicht von Investoren fragt sich vielmehr, inwieweit der Sprung der Renditen die von der jahrelangen Zins-Talfahrt verwöhnten, und deshalb möglicherweise sorglosen Konzerne auch schultern können.
Selbst wenn dies der Fall sein sollte, stellt sich die ebenfalls nicht unwichtige Frage, inwieweit sich aus der vor allem sehr schnellen Zinswende Belastungen für Bilanzen und Gewinnrechnungen ergeben, die die Börse womöglich abschlägig auf die Aktienkurse bescheiden könnte.
Ist also der rasante Zinsanstieg der vergangenen zwölf Monate ein Risiko für die Aktienmärkte.Ganz zweifellos gehört zu einer Analyse von einzelnen Aktien ein eingehender Blick. Denn was auf den ersten Blick kausal erscheinen mag, fügt sich doch erst aus einem Puzzle von vielen Teilen zu einer guten Einschätzung. Dennoch lohnt ein Blick auf die Performance.
Noch ist der Zinsanstieg im Durchschnitt nicht nachhaltig auf die Unternehmen übergesprungen, was die Ausgabenseite betrifft. Auf der Zins-Einnahmenseite dagegen zeigen sich deutliche Veränderungen. Das liegt am trägeren Fremdkapital, das erst nach und nach zur Refinanzierung ansteht.
Die höheren Zinsen dürfen absehbar im Durchschnitt gut tragbar sein. Sie würden erst dann die Vorsteuer- und Nettogewinne drücken, sollte es den Unternehmen nicht gelingen, ihre operativen Gewinne moderat zu steigern und mehr Disziplin bei der Aufnahme neuer Schulden zu üben.
(Eintrag vom 12.05.2023)
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