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Wie die Inflation den Börsen hilft
News vom 05.05.2023

Inmitten der Diskussion um Rezession, Bankenpleiten und Zinserhöhungen steigt der deutsche Aktienindex so hoch wie seit Januar 2022 nicht mehr. Die Erklärung dafür ist ziemlich einfach.
Der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten hat den Dax am Dienstag erstmals seit dem 13. Januar 2022 wieder auf mehr als 16.000 Punkte steigen lassen. Schon kurz nach Handelseröffnung und gut 16.011 Punkten drehte er aber ins Minus auf rund 15.800 Punkte am Nachmittag. Das Rekordhoch vom 5. Januar 2022 mit 16.285 Punkten im Handelsverlauf bleibt aber in Reichweite. Der Kriegsbeginn in der Ukraine und der sprunghafte Preisanstieg für Öl und Gas hatten den Index Ende September auf weniger als 12.000 Punkte fallen lassen, ehe eine schwungvolle Kurserholung startete.
Deren Dynamik lässt jedoch nach. Von 12.000 auf 13.000 Punkte stieg der Dax im Oktober binnen drei Wochen, weitere zweieinhalb Wochen später waren Mitte November schon 14.000 Punkte wieder erreicht. Zwei Monate brauchte es dann bis zu 15.000 Punkten Mitte Januar, und für den nächsten Tausender dauerte es dann nun dreieinhalb Monate. Diese schwächere Dynamik veranlasst einige Beobachter, anzunehmen, dass der Hausse so langsam die Luft ausgeht und das ohnehin meist schwächere Sommerhalbjahr eher Kursverluste als Kursgewinne bereithalten wird.
Für den amerikanischen Markt sind einige Beobachter skeptisch
Die Fachleute der Landesbank Baden-Württemberg und der Fondsgesellschaft Bantleon unterstützen ihre Skepsis mit dem Blick auf die Geldmenge M1. Diese umfasst Bargeld und täglich verfügbares Geld auf Giro- und Tagesgeldkonten und ist in den vergangenen Monaten in den USA wie in Europa gefallen, was selten vorkommt und als Rezessionssignal gilt; ebenso wie die schon seit Monaten inverse Zinskurve mit hohen Zinsen für kurze Laufzeiten und niedrigeren Zinsen für längere Laufzeiten.
Die Ursache für die geringere Geldmenge liegt in der Geldpolitik begründet, die Sparer dazu veranlasst, ihr Geld wieder verzinst fest anzulegen, aber auch in der Inflation. Viele Haushalte haben durch die hohen Preise kein Geld mehr zum Sparen und brauchen ihre Rücklagen auf. Früher oder später führt dies zu Konsumzurückhaltung, einem gewünschten Effekt der Geldpolitik, der jedoch das Wirtschaftswachstum dämpft und damit auch die Aktienmärkte belasten könnte. Insbesondere für den amerikanischen Markt sind einige Beobachter skeptisch. Dort sind die Aktienmarktbewertungen höher und die straffere Zinspolitik trifft auf einen Immobilienmarkt, dem Kapitalabflüsse und sinkende Preise drohen.
(Eintrag vom 05.05.2023)
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