Aktuelles
Wenn Sie aktuelle Informationen wünschen, rufen Sie uns an oder schreiben uns eine Mail.
Wie die Gewinn-Gier der Konzerne die Inflation treibt
News vom 26.05.2023

Im Post-Corona-Boom haben Unternehmen fantastische Margen verdient und damit die Inflation angeheizt. Jetzt rächt sich, dass in vielen Märkten Quasi-Monopolisten herrschen. Regulatoren und Wissenschaftlern fehlen die Gegenmittel gegen die "Greedflation".
Die Preisexplosion beim Essen übertrifft die allgemeine Inflationsrate inzwischen um das Dreifache. Lieferengpässe, steigende Produktionskosten oder Arbeitskräftemangel allein können diesen Anstieg nicht mehr erklären.
Sind die Konzerne bei den steigenden Preisen Opfer oder Täter? Ökonomen, Währungshüter und selbst Investmentbanker räumen inzwischen ein, dass viele den derzeitigen Preisdruck ausnutzen und ihre Kunden gnadenlos schröpfen.
Wer in letzter Zeit einkaufen war, hat sicher bemerkt: In welches Regal man auch schaut, es gibt wenig Grund zur Freude. Denn der Preisanstieg bei Lebensmitteln ist auch mehr als ein Jahr nach dem russischen Überfall auf die Ukraine ungebrochen. Egal ob Brot (23,8 Prozent), Eier (34,6 Prozent) oder Zucker (70,9 Prozent): Im Schnitt lagen die Lebensmittelpreise im März laut Statistischem Bundesamt um 22,3 Prozent höher als ein Jahr zuvor.
Zugleich haben die Energiepreise gerade einmal um 3,5 Prozent zugelegt, die Teuerung insgesamt nur um 7,4 Prozent. Die Preisexplosion beim Essen übertrifft die allgemeine Inflationsrate inzwischen um das Dreifache. Lieferengpässe, steigende Produktionskosten oder Arbeitskräftemangel allein können diesen Anstieg nicht mehr erklären. Vielmehr passiert das, was viele schon lange vermuten: Aldi, Rewe & Co. nutzen die Gunst der Stunde und langen kräftig zu.
Was sich an der Supermarktkasse zeigt, wird auch in der gesamten Wirtschaft immer mehr zum Problem. "Greedflation", also Gier-Inflation, nennen Ökonomen das Phänomen: Unternehmen nutzen die Verunsicherung der Verbraucher aus, um Erhöhungen durchzudrücken, die über ihre gestiegenen Kosten hinausgehen. Besonders im Handel, Gastgewerbe, Verkehr und Baugewerbe hätten "Firmen die Lage genutzt, um ihre Gewinne kräftig zu steigern", urteilte kürzlich das IFO-Institut. Denn die Gelegenheit ist günstig: Wenn alles sowieso teurer wird, kann kaum noch jemand einschätzen, wie viel mehr wirklich angemessen ist.
Der Effekt lässt sich inzwischen auch statistisch belegen. Trotz aller Krisen war für die DAX-Konzerne 2022 ein Rekordjahr: Ihr Umsatz erhöhte sich laut der Wirtschaftsprüfung EY um mehr als 15 Prozent auf 1,8 Billionen Euro, den höchsten Stand seit Beginn der Auswertung im Jahr 2013. Die Gewinne legten mit 171 Milliarden Euro ebenfalls zu. Wichtigster Grund: "Den meisten DAX-Unternehmen gelang es, hohe Kosten bei Personal, Beschaffung und Energie an ihre Kunden weiterzugeben", sagt EY-Deutschland-Chef Henrik Ahlers.
(Eintrag vom 26.05.2023)
Wenn Sie aktuelle Informationen wünschen, rufen Sie uns an oder schreiben uns eine Mail.
Übrigens: Unsere Mandanten empfehlen uns weiter, weil wir angenehm anders als alle anderen im Finanzsektor sind.
Menü 
