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Schwarzer Schwan

News vom 08.12.2023

News vom 08.12.2023 - Finanzcoching Helmut Böse

Der Begriff "Schwarzer Schwan" in der Finanzbranche bezeichnet ein seltenes und extrem unvorhersehbares Ereignis, das erhebliche Folgen für die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte hat.

Die aktuelle Nachrichtenlage, die durch den Krieg in der Ukraine, Konflikte im Nahen Osten, Spannungen zwischen den USA und China sowie den Zustand der Ampelkoalition geprägt ist, überschattet die Geschehnisse auf den Finanzmärkten. Dabei wird oft übersehen, wie hoch die Verschuldung der USA mittlerweile ist und wie schwierig deren Refinanzierung geworden ist.

Eine Eskalation des Konflikts im Nahen Osten könnte zu steigenden Energiepreisen führen, was weitreichende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hätte, einschließlich möglicher Engpässe bei Rohöl und Flüssiggas sowie einem Anstieg der Inflation. Ein Rückgang der Nachfrage nach US-Staatsanleihen könnte zu einem Anstieg der Zinsen führen, was die Schuldentragfähigkeit der USA und anderer Länder belasten und die globale Wirtschaft beeinträchtigen könnte.

Die scheinbar harmlosen Schuldverschreibungen des US-Finanzministeriums, besser bekannt als US-Staatsanleihen, haben seit Beginn der COVID-19-Pandemie einen atemberaubenden Absturz erlebt. Die aktuelle Anleihenkrise wird von der Politik und den großen Banken durch Schweigen begleitet. Im Gegensatz zu den bekannten Aktienmarktcrashes wie 1987 oder dem Einbruch am Neuen Markt zur Jahrhundertwende wird heute nicht viel Aufhebens um diese enormen Rückschläge und den davon ausgehenden Berichtigungsbedarf in den Bilanzen gemacht. US-Finanzinstitute haben bis zum 30. September unrealisierte Verluste in Höhe von 650 Milliarden Dollar angehäuft.

Die US-Regierung hat in diesem Jahr frische Anleihen im Wert von 18,3 Billionen Dollar vergeben, ein Anstieg um 31,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die aktuelle Verschuldung der USA hat die Marke von 33,5 Billionen US-Dollar überschritten - mehr als zwei Billionen US-Dollar als noch im Juni. Und die beiden großen Parteien Republikaner und Demokraten werfen sich zwar das hohe Verschuldungstempo gegenseitig vor, um dann wie jedes Jahr die Schuldengrenze nach oben zu verschieben. Insgesamt 78 Mal wurde die Schuldenobergrenze seit 1945 verschoben.

Dieses starke Anwachsen der Verschuldung der Staaten, aber auch der einzelnen Bürger, ist neben den politischen Verwundbarkeiten und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der ganzen Welt bei Zinsen und Inflation haben ein gewaltiges Potenzial und könnten zu einem Konflikt, einem Schwarzen Schwan führen.

(Eintrag vom 08.12.2023)

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Übrigens: Unsere Mandanten empfehlen uns weiter, weil wir angenehm anders als alle anderen im Finanzsektor sind.