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Keine Gefahren für das Finanzsystem in Sicht
News vom 06.04.2023

Die jüngsten Bankenpleiten in den USA und das Aus der Schweizer Großbank Credit Suisse sorgten in den letzten Wochen für Turbulenzen an den globalen Börsen. Mittlerweile haben sich die Märkte wieder beruhigt.
Wird es dabei bleiben? Oder kommt doch noch die nächste Finanzkrise? Bei der Credit Suisse handelt es sich vermutlich um einen Einzelfall. In den USA ist die Silicon Valley Bank vermutlich auch ein Einzelfall im Hinblick auf die extreme Konzentration der Depositen und die damit größere Gefahr des gleichzeitigen Abzugs und wegen der Konzentration der Investments in immobilienabhängige Anleihen.
Auch die Kundenstruktur, vornehmlich Start-ups, dürfte einmalig sein. Ich erwarte daher keine Domino-Effekte aus der Credit-Suisse-Krise. Das Krisenmanagement der UBS dürfte gute Arbeit leisten, sodass die übernehmende Bank am Schluss stärker sein dürfte. Die Frage ist allerdings, wie groß die Bilanzsumme einer Bank sein darf. Bei der UBS wird die Bilanzsumme in Zukunft doppelt so groß sein wie das Schweizer Bruttoinlandsprodukt. Man muss sich zudem bei mehr Banken in den USA die Frage stellen, wie weit Anleihe-Kursrückgänge zu Verlusten in der Bilanz geführt haben.
Generell sind kleinere Banken betroffen, weil die Trump-Regierung die Regulierung stark erleichterte. Und hier kommt ein weiterer wichtiger Punkt, den man beachten muss: Die circa 3.700 kleineren US-Banken mit einer Bilanzsumme von unter einer Milliarde US-Dollar haben oft Kredite an die gewerbliche Immobilienwirtschaft gegeben. In Summe zwei Billionen Dollar - gegenüber nur 850 Milliarden Dollar bei den Großbanken. Hier könnten in Zukunft Risiken auftauchen. Durch die ausgesprochenen Garantien, dass Anleihen nicht nur zum Zeitwert, sondern zum Nennwert beliehen werden können, hat Frau Yellen aber ein wichtiges Problem für viele Banken gelöst.
Generell haben Notenbanken, Aufseher und Politik sehr schnell und effizient gehandelt, insbesondere die Schweizer Aufsicht, sodass Gefahren für das Welt-Finanzsystem nicht in Sicht sind. 2008 brauchten diese Kreise wesentlich länger, um die Brandherde zu löschen. Das Eingreifen dürfte die Probleme wirkungsvoll begrenzen. Inwieweit eine solche Eindämmung allerdings auf die Dauer hält, ist schwer zu sagen. Gerade die bereits erwähnten rund 3.700 kleineren US-Banken stellen im Hinblick auf ihre in den letzten Jahren vervielfachte Kreditgewährung, im Wesentlichen an den kommerziellen Real-Estate-Bereich, einen Faktor dar, den man genau beobachten muss. Dr, Jens Ehrhardt
(Eintrag vom 06.04.2023)
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Übrigens: Unsere Mandanten empfehlen uns weiter, weil wir angenehm anders als alle anderen im Finanzsektor sind.
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