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Die Inflation ist noch längst nicht besiegt
News vom 21.04.2023

Die hohen Inflationsraten sind ein strukturell verursachtes Phänomen. Die Inflation ist gekommen, um für eine ganze Weile zu bleiben. In den vergangenen 20 Jahren haben sich die Finanzmärkte auf extrem niedrige Zinssätze gestützt. Das hat das Wachstum angeheizt und die Bewertungen an den Aktienmärkten stetig nach oben getrieben.
In den zwei zurückliegenden Dekaden ist die Wirtschaft in den Industrieländern von strukturellen disinflationären Kräften getrieben worden. Die Globalisierung schritt immer weiter voran, die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter vergrößerte sich ständig. Die disinflationären Kräfte erlaubten es den Zentralbanken, die Zinssätze auf Tiefstständen zu halten.
Jetzt aber leben wir in einer Zeit, da sich diese Kräfte umkehren, und auch die Zentralbanken haben im vergangenen Jahr verstanden, dass die Inflation kein vorübergehendes Phänomen ist. Als wichtigen Treiber für eine anhaltend hohe Teuerungsrate ist die Dekarbonisierung zu nennen. Angesichts des nicht mehr von der Hand zu weisenden Klimawandels sei der Übergang zu einer CO2-neutralen Welt unumgänglich.
Als zweiten Faktor sehen wir die Deglobalisierung an. Die Spannungen zwischen den wichtigsten Volkswirtschaften der Welt sowie die durch die Corona-Pandemie unterbrochenen Lieferketten hätten Unternehmen klar gezeigt, dass sie sich in der Produktion nicht nur auf einige wenige Länder verlassen, sondern ihre Lieferketten stattdessen breiter diversifizieren sollten. Das wiederum erhöht aber die Betriebskosten, das ist teuer und befeuert die Inflation.
Auch im demografischen Wandel, der sich in den meisten Industrieländern aktuell vollzieht sich die Umkehr einer bisherigen disinflationären Kraft. Vor allem in Europa konnten wir uns über viele Jahrzehnte hinweg über eine ständig wachsende Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter freuen. Nun aber geht die Generation der "Baby Boomer" allmählich in Rente.
Menschen, die in den Ruhestand gehen, haben einen ganz anderen wirtschaftlichen Einfluss. Sie hören auf zu produzieren, die Angebotsseite der Wirtschaft wird stärker in Mitleidenschaft gezogen als die Nachfrageseite, und das wirkt sich auf die Inflation aus.. Die derzeitige Dynamik sei also keineswegs nur eine kurzfristige Erscheinung, sondern durch einschneidende strukturelle Veränderungen hervorgerufen. Die Inflation noch längst nicht besiegt ist.
(Eintrag vom 21.04.2023)
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Übrigens: Unsere Mandanten empfehlen uns weiter, weil wir angenehm anders als alle anderen im Finanzsektor sind.
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