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Das gefährliche Versprechen der neuen Private-Fonds
News vom 07.11.2025

Mit ELTIFs - European Long-Term Investment Funds - wird das exklusive Private-Equity-Universum massentauglich gemacht.
Trade Republic wirbt mit Einstieg ab wenigen hundert Euro, flankiert von Rapper Luciano: "Früher durften da nur die richtig Reichen mitspielen." Romantik vom Finanz-Club, jetzt offen für alle.
Private Equity war lange wie der Türsteher vorm Berghain (einer der bekanntesten Techno-Clubs der Welt in Berlin): Nur wer reich oder wichtig genug war, kam rein. Für alle anderen hieß es: "Du kommst hier nicht rein." Doch plötzlich scheint alles anders.
Wenn die Branche derart laut trommelt, schrillen erfahrenen Anlegern die Alarmglocken. Denn ELTIFs sind kein neues Wunderding - sondern der Versuch, hochriskante, illiquide Investments an Kleinanleger zu bringen. Private Equity verspricht Renditen von 8-12 % - aber das ist Marketing, kein Versprechen. Wer einsteigt, bindet sein Geld oft fünf bis zehn Jahre. Kein Verkauf per App, keine schnelle Exit-Taste. Und die Fondsanteile? Nicht börsengehandelt, sondern per Schätzung bewertet. Ob der Wert stimmt, erfährt man meist erst, wenn es zu spät ist.
Dazu kommen saftige Gebühren: Einstiegs-, Verwaltungs- und Erfolgsprovisionen, noch bevor das erste Unternehmen Gewinn macht. Und man verkauft nicht nur ein Finanzprodukt, sondern ein Gefühl: "Du bist jetzt Teil des exklusiven Spiels." Tatsächlich aber bekommen Privatanleger nicht die gleichen Fonds wie Pensionsfonds oder Milliardäre, sondern Retail-Versionen, mit weniger Mitspracherecht und oft höheren Kosten.
Zusammengefasst: Die Risiken bleiben gewaltig:
- Das Geld ist jahrelang gebunden, Ausstieg kaum möglich.
- Die versprochenen 8-12 % Rendite sind Wunschdenken - keine Garantie.
- Die Fondswerte sind Schätzungen, keine Marktpreise.
- Gebühren knabbern am Ergebnis, bevor überhaupt etwas erwirtschaftet ist.
Heßßt das: Finger weg? Nicht unbedingt. Wer bereits ein stabiles, breit gestreutes Portfolio hat, wer Verluste verkraftet und Kapital jahrelang entbehren kann, für den kann ein ELTIF ein Baustein sein. Für alle anderen ist es eher wie ein Club, bei dem das Türsteher-Grinsen fehlt - und die Getränkepreise trotzdem hoch sind.
Denn echte finanzielle Souveränität zeigt sich nicht daran, ob man in jeden Fonds hineinkommt. Sondern ob man klug genug ist, bei manchen draußen zu bleiben. Helmut Böse Chat GPD
(Eintrag vom 07.11.2025)
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Übrigens: Unsere Mandanten empfehlen uns weiter, weil wir angenehm anders als alle anderen im Finanzsektor sind.
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