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Banken sind gefährlich
News vom 28.04.2023

"Der eine spart, der andere braucht Geld, das er noch nicht hat. Das muss organisiert werden. Das nennt man Bank. Damit verdienen Sie Geld. So einfach ist das." - Wolfgang Schäuble
Die Bilder ähneln sich. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Oktober 2010 gab die Bundesregierung mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Finanzminister Peer Steinbrück eine Garantie für Spareinlagen. Fast 13 Jahre später trat der amtierende US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus ans Rednerpult und versprach die Einlagensicherheit. Denn wieder drohte in den USA ein Bank Run (Schaltersturm), nachdem drei mittelständische Banken kollabierten und von der Aufsicht geschlossen wurden. Bidens Vorgänger Donald Trump hatte in seiner Amtszeit die Bankenregulierung wieder liberalisiert. Ein schwerwiegender Fehler, denn die Folgen ließen nicht lange auf sich warten.
Eine wesentliche Aufgabe der Banken besteht in der Fristentransformation. Dabei werden die Ansprüche der Kreditnehmer auf der einen und der Sparer auf der anderen Seite in Einklang gebracht. In dem Zusammenhang werden beispielsweise kurzfristige Geldanlagen formal in langfristige Darlehen umgewandelt. Dieses wurde der Silicon Valley Bank (SVB) zum Verhängnis. Denn die Bank war sehr erfolgreich und hatte in den letzten Jahren einen strammen Wachstumskurs hingelegt. Für Einlagen zahlte die Bank gute Zinsen und viele Start-ups hatten die Mittel, die sie von ihren Investoren eingesammelt hatten, bei der Bank eingezahlt, um sie nach Bedarf abrufen zu können. Die Einlagen der Kunden hatte die Bank in US-Staatsanleihen und Pfandbriefe angelegt. Die sichersten Wertpapiere der Welt.
Im letzten Jahr stieg dann die Inflation auch in den USA überraschend stark an. Die Notenbank musste reagieren und erhöhte die Leitzinsen in Rekordzeit. Damit hatte zu Beginn des Jahres 2022 niemand gerechnet.
Das amerikanische Bankensystem befindet sich in einer schweren Vertrauenskrise. Vertrauen ist jedoch der wesentliche Baustein in einem funktionierenden Bankensystem. Die Gefahr einer Kettenreaktion, die immer mehr Banken in Schieflage bringt, stand im Raum. Auch wenn die Aufsicht sofort reagierte und der Staat die Kundengelder garantierte, führten die Schließungen zu großen Verwerfungen an den globalen Börsen. Glücklicherweise hat die Politik aus den Fehlern der ersten Bankenkrise gelernt und sofort Liquidität zur Verfügung gestellt.
"Geld ist erst dann wirklich sicher, wenn es nicht mehr auf der Bank liegt". Diesen Satz sollten Sparer bei ihren Anlageentscheidungen immer berücksichtigen. Tages- und Festgelder stehen im Risiko. Innerhalb der Europäischen Union sind diese bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank abgesichert. Allerdings kann kein Rettungsschirm der Welt einen kollektiven Run auf die Bankkonten auffangen. Vor allem die Einlagensicherung sollte nicht überbewertet werden. Nicht betroffen von einer Bankenpleite sind dagegen die Wertpapierdepots bei einer Bank. Denn diese gelten als Sondervermögen und gehören immer dem Anleger. Dort ist das Vermögen bei ausreichend langen Anlagehorizont am besten aufgehoben.
(Eintrag vom 28.04.2023)
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